Das Haus
Das Gebäude, in dem heute das Buddhistische Zentrum Scheibbs beheimatet ist, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.
Seine Wurzeln reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück – eine Zeit, in der das Haus ein Ort der Arbeit, des Handwerks und der Wasserkraft war.
Heute dient es als Raum für Meditation, Stille und gemeinschaftliche Praxis und verbindet historische Substanz mit lebendiger Gegenwart.
Vom Hammerwerk zum Ort der Stille
Urkundlich belegt begann die Geschichte des Hauses als „Hammerwerk“ in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Mit der Wasserkraft des Ursprungsbaches wurde hier Roheisen, das entlang der Erlauf vom Erzberg Richtung Donau transportiert wurde, zu Nägeln verarbeitet.
Bis zu fünfhundert Nägel täglich entstanden auf diese Weise – der Name des Ortsteils „Neustift“ leitet sich von diesen „Draht-Stiften“ ab.
Der Ursprung selbst liegt nur rund 200 Meter vom Zentrum entfernt. Er entspringt einer Grotte, gespeist von einem unterirdischen See unter dem Buchberg, und führt ganzjährig eine konstante Wassermenge von etwa 300 Litern pro Sekunde.
Wasser in höchster Qualität
Das Trink- und Brauchwasser des Zentrums stammt direkt aus diesem Ursprung.
Über eine unterirdische Leitung gelangt das kalkhaltige, mineralreiche Wasser ins Haus – seit Jahrzehnten regelmäßig behördlich geprüft und als Wasser von außergewöhnlich guter Qualität bestätigt.
Viele Menschen aus der Region und darüber hinaus kommen bis heute, um das Wasser in Flaschen und Kannen mitzunehmen – ein Zeichen seiner Reinheit und seines besonderen Charakters.
Adelssitz, Gasthof, Kuranstalt
Im 19. Jahrhundert wurde das benachbarte Hammerwerk mit der darauf folgenden Spiegelfabrik zum Stammsitz der gräflichen Familie von Schönfeldt.
Das heutige Zentrum diente damals als Nebenhaus und Remise.
Später, nach finanziellen Schwierigkeiten, wurde das Haus verkauft und entwickelte sich in den Zwischenkriegsjahren zur beliebten „Pension Seehammer“ – Gasthof und Jausenstation für Ausflügler und Reisende.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Gendarmerie das Gebäude kurzzeitig als Gendarmerieschule, bevor es vom Österreichischen Blindenverband erworben wurde und während der Sommermonate als Kuranstalt diente.
Heutige Nutzung und Räumlichkeiten
Heute bietet das Haus einen schlichten, aber idealen Rahmen für Meditation und Retreats.
Es umfasst:
- einen großen Meditationsraum,
- den Speisesaal,
- eine Bibliothek,
- einen kleinen Verkaufsraum,
- sowie einen Park mit Teich und Gemüsegarten.
Für mehrtägige Aufenthalte stehen Unterkünfte für rund vierzig Gäste zur Verfügung – in Mehrbettzimmern sowie in einer begrenzten Anzahl von Einzel- und Doppelzimmern.